Die drei Türme von Gent besuchen? Alle Infos & Tipps
Die Skyline von Gent wird seit Jahrhunderten durch die drei Türme der Sint-Niklaaskirche, das Belfried und die Sint-Baafskathedrale geprägt. Die drei Türme sind in der Innenstadt in einer Reihe gebaut, mit zwei Plätzen zwischen den Bauwerken. Im späten Mittelalter galten die Türme als Symbol für den Reichtum der Stadt und sind noch heute bedeutende Denkmäler. Auch rund um die bekannten Türme findest du zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Weiterlesen für die reiche Geschichte der Türme und Tipps für deinen Besuch!
Inhalt des Artikels
Die Sint-Niklaaskirche
Die Sint-Niklaaskirche wurde auf den Fundamenten früherer Bauwerke errichtet. Bereits um 1100 stand an dieser Stelle eine romanische Kirche, die 1120 in Flammen aufging. Nachdem im frühen 13. Jahrhundert eine zweite Kirche abgerissen wurde, entstand hier die Sint-Niklaaskirche. Die römisch-katholische Kirche wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet und umgebaut und besteht aus tschüssischer blauer Steine, was sie zu einem typischen Beispiel der Scheldegotik des 13. Jahrhunderts macht.
Der Bau der Kirche wurde durch Gelder aus dem Stapelrecht für Getreide finanziert, das Gent besaß. Daher wurde die Kirche dem Heiligen Nikolaus von Myra gewidmet, dem Schutzpatron der Seeleute, Bäcker und Händler.
Kirche oder Pferdestall?
- Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Kirche vernachlässigt und während der Französischen Revolution soll die Kirche sogar als Pferdestall gedient haben.
- Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde beschlossen, die Kirche zu renovieren. Zunächst wurden kleinere Renovierungen durchgeführt, und in den 1960er Jahren wurde die Kirche für mehrere Jahre für eine umfassende Restaurierung geschlossen.
- 1992 wurden anschließend der Kirchturm, das Querhaus und der Chor wieder geöffnet, doch erst 2010 wurde das Langhaus wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- Es finden weiterhin Arbeiten an der Kirche statt, und die südliche Seitenschiff sowie die Orgel müssen noch renoviert werden.
Der Turm der Sint-Niklaaskirche ist der erste der drei Türme in Gent. Der Turm ist 76 Meter hoch und ein typisches Merkmal der Kirche, da er über dem Kreuzungspunkt der Haupt- und Seitenschiffe positioniert ist. Zusätzlich sind kleinere flankierende Türmchen an den Endfassaden aus Stabilitätsgründen angebracht.
Praktische Informationen
- Der Eintritt in die Sint-Niklaaskirche ist kostenlos.
- Die Kirche ist täglich geöffnet, mit Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr.
- Am Montag ist die Kirche von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Der Belfried
Mit dem Bau des Belfrieds wurde Anfang des 14. Jahrhunderts begonnen. Die Stadt wollte ihren Reichtum mit den hohen Türmen zur Schau stellen, der neben dem Belfried auch als Wachtposten und Uhr diente, die sowohl den Beginn und das Ende des Arbeitstages anzeigen konnte, als auch in Notsituationen die Einwohner der Stadt warnen sollte.
Der Drache von Gent
Einige Jahre später, im Jahr 1323, war ein Großteil des Turms fertiggestellt, und am Ende des Jahrhunderts wurde eine hölzerne Turmspitze hinzugefügt, auf der 1382 die rotkupferne Statue des Drachen von Gent platziert wurde. Dieser Drache soll laut lokalen Geschichten nach dem Sieg in der Schlacht auf Beverhoutsveld aus der Sint-Donaaskathedrale in Brügge geholt worden sein, obwohl der Drache in Wirklichkeit einige Jahre zuvor von Gent gekauft wurde. Der Drache wurde zum Symbol der städtischen Freiheit, die Gent im Jahr 1180 erlangte, und sollte die kommunalen Freiheiten bewachen, die im Belfried aufbewahrt wurden.
Turmspitze
Die ursprüngliche hölzerne Spitze des Belfrieds wurde mehrfach ersetzt, bis 1851 eine neugotische Gusseisen-Spitze hinzugefügt wurde. Diese verschlechterte sich im Laufe der Zeit wieder, woraufhin 1913 eine weitere Spitze, basierend auf der mittelalterlichen Spitze, ergänzt wurde. Auch diese Spitze überlebte die Zeit nicht, und zwischen 1967 und 1980 wurde das Belfried gründlich restauriert. Der 95 Meter hohe Turm ist nach wie vor das Symbol der Unabhängigkeit von Gent und ist als zweiter Turm in der Turmreihe ein bedeutendes Element der Skyline der Stadt.
Im 15. Jahrhundert wurde am Belfried eine Lakenhalle gebaut, das Symbol für die blühenden Handwerke der Stadt. 1445 wurde der Bau eingestellt, obwohl das Gebäude laut Plan noch nicht vollständig fertiggestellt war. Schließlich wurde die Lakenhalle im Jahr 1903 fertiggestellt.
Auch der Drache wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ersetzt und nach der Restaurierung des Belfrieds im Jahr 1980 erneut. In der Vergangenheit spuckte der Drache bei Festlichkeiten regelmäßig Feuer, und während der Feier zum 175. Geburtstag der Gentse Feesten im Jahr 2018 spuckte der Drache fast 200 Jahre später erneut Feuer.
Mammelokker
Um 1741 wurde eine kleine Erweiterung am Belfried hinzugefügt, die als Wärterhaus für das unter der Lakenhalle gelegene Gefängnis diente, das zwischen 1742 und 1902 in Betrieb war. Das Gebäude erhielt den Spitznamen Mammelokker nach dem Relief auf dem Giebel des Hauses.
Das Relief zeigt die Legende von Cimon und Pero. Cimon war zum Hungertod verurteilt, überlebte jedoch einen Monat im Gefängnis, weil seine Tochter Pero ihn täglich besuchte und ihn stillte. Als der Wärter davon erfuhr und es den Richtern berichtete, erhielten Cimon aus Bewunderung für die Kinderliebe seine Freiheit zurück.
Praktische Informationen
Der Belfried und die Lakenhalle sind zwischen dem 15. März und dem 15. November täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr für 8 € zu besichtigen.
Sint-Baafskathedrale
Die Sint-Baafskathedrale ist die bekannteste der drei Türme von Gent und das beeindruckendste Gebäude. Die Kathedrale besteht aus einer Mischung romanischer, gotischer, Renaissance-, Barock- und neoklassizistischer Elemente und ist vor allem für ihre umfangreiche Kunstsammlung in der Kirche bekannt. So gibt es 22 Altäre, eine Rokoko-Predigtstuhl aus Marmor und Eiche, verschiedene Grabmäler von Bischöfen von Gent und mehrere bedeutende Kunstwerke. Die Bekehrung des heiligen Bavo von Peter Paul Rubens ist ein Beispiel, doch das bekannteste Werk ist zweifellos die Anbetung des Lamm Gottes von den Brüdern Van Eyck.
Der Bau der Kathedrale
- Die Sint-Baafskathedrale war ursprünglich eine Pfarrkirche aus dem 10. Jahrhundert, die im 12. Jahrhundert durch eine romanische Kirche ersetzt wurde.
- Diese Kirche wurde schrittweise durch das heutige Bauwerk ersetzt, nur die Krypta ist aus dieser Zeit erhalten geblieben.
- Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde das Chorgestühl durch das heutige Chor ersetzt, das vom Nordfranzösischen und Scheldegotischen Stil beeinflusst ist.
- Der Chorumgang und die Seitkapellen wurden anschließend zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Bau hinzugefügt.
- Zwischen 1462 und 1538 wurde der Turm an der Westseite errichtet. Dieser Turm ist 89 Meter hoch und wurde im Brabanter gotischen Stil aus Kalksandstein gebaut.
- Nach dem Bau des Turms wurden die letzten Teile der Kathedrale errichtet, darunter das Langhaus. In den späteren Jahren wurde die Kathedrale mehrfach umgestaltet, wodurch auch spätere architektonische Stile in der Kirche zu finden sind.
Praktische Informationen
- Die Kathedrale ist im Winter von Montag bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und im Sommer bis 18:00 Uhr.
- An Sonntagen ist die Kathedrale ab 13:00 Uhr geöffnet.
- Der Eintritt ist kostenlos, aber für den Besuch der Taufkapelle, in der die Ausstellung „Die Anbetung des Lammes Gottes“ zu sehen ist, zahlt man 3 €.
Lam Gods
In der Sint-Baafskathedrale ist vielleicht die bedeutendste Sehenswürdigkeit Gents zu bewundern. Das weltberühmte Gemälde Die Anbetung des Lammes Gottes von Hubert und Jan van Eyck ist hier in der Taufkapelle zu sehen. Das Altarbild ist heute vollständig geöffnet, was früher nur an besonderen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern gemacht wurde.
Dieses Kunstwerk wurde im Auftrag des Kaufmanns Joos Vijd gemalt und zunächst in der Vijdkapelle platziert, später jedoch in die Hauptkapelle der Kathedrale verlegt, um das Kunstwerk besser zu schützen.
Was ist darauf abgebildet?
- Von links nach rechts sieht man die gerechten Richter, die Ritter Christi, die Anbetung des Lammes, die Einsiedler und zuletzt die Pilger, alle auf dem Weg zum Lammes Gottes.
- In der Reihe darüber sind über der Anbetung des Lammes die heilige Jungfrau Maria, Christus auf einem Thron und Johannes der Täufer zu sehen.
- Links ist Adam zu sehen, über ihm das Opfer Kains und Abels sowie singende Engel.
- Rechts ist Eva dargestellt, über ihr die Ermordung Abels durch Kain und neben ihr Engel, die Musik spielen.
- Auf der Rückseite sind die Paneele zu sehen, die die Kirchenbesucher gesehen hätten, wenn das Altarbild geschlossen war. Unten links auf dem geschlossenen Altarbild ist eine Darstellung des Auftraggebers Joos Vijd zu sehen, und rechts unten wird seine Frau Elisabeth Borluut gezeigt.
- Zwischen ihnen sind Figuren von Johannes dem Täufer und Johannes dem Apostel zu sehen.
- Darüber ist der Prophet Zacharias auf der linken Seite und der Prophet Micha auf der rechten Seite zu sehen, während in der obersten Reihe die Sibyllen von Erythrae und Cumae dargestellt sind.
Interessante Fakten zum Lammes Gottes!
- Wahrscheinlich nahm Hubert van Eyck den Auftrag von Vijd an, das Kunstwerk zu malen, und war für das Design verantwortlich.
- Hubert verstarb jedoch 1426, woraufhin sein jüngerer aber bekannterer Bruder Jan den Auftrag übernahm.
- Das Kunstwerk wurde zwischen 1430 und 1432 gemalt.
- Das Werk symbolisiert die Befreiung der Sünden der Welt und zeigt verschiedene biblische Figuren auf dem Weg zum Lammes Gottes.
- Die Anbetung des Lammes Gottes gilt als eines der wichtigsten Werke der Kunstgeschichte und ganz besonders der flämischen Frührenaissance.
- Das Gemälde hat eine bewegte Geschichte hinter sich! So wurde das Paneel der Gerechten Richter gestohlen und nie wiedergefunden. Über den größten belgischen Kunstraub aller Zeiten erfährst du weiter unten mehr!
- Seit 1986 wird das Kunstwerk in einem streng überwachten Glaskasten aufbewahrt, und in der Taufkapelle kommen unter anderem Alarmsysteme und Kameras zum Einsatz.
- Das Lammes Gottes wurde kürzlich gründlich restauriert. Auf dieser Webseite kannst du jetzt in jedes Detail des Werks hineinzoomen (die Webseite selbst umfasst etwa 100 Milliarden Pixel!) und auch sehen, wie das Werk vor der Restaurierung aussah!
Gerechte Richter
Der Gerechte Richter ist das rechte obere Paneel ganz links unten am aufgeschlagenen Altarbild. Dieses Paneel wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. April 1934 gestohlen und wurde nie wiedergefunden, was viele Geheimnisse um dieses Paneel ranken lässt. Drei Wochen später erhielt das Bistum einen Brief, in dem das Bistum erpresst wurde. Der unbekannte Absender schickte später das Paneel von Johannes dem Täufer, das zusammen mit den Gerechten Richtern gestohlen wurde, zurück an das Bistum, doch die Verhandlungen über die Gerechten Richter kamen ins Stocken.
Verdächtiger Arsène Goedertier
Ein Verdächtiger des Diebstahls war der Wechselagent Arsène Goedertier. Er soll Geständnisse abgelegt haben, aber nie gesagt haben, was mit dem Paneel passiert ist. Goedertier erlitt am 25. November 1934 einen Herzinfarkt, und am Sterbebett soll er gesagt haben, dass er der Einzige sei, der den Versteckort der Gerechten Richter kenne. Danach zeigte er auf eine Reihe von Dokumenten, die in seinem Haus versteckt waren, darunter Korrespondenz mit dem Bistum, aber keine Hinweise auf den Standort des Paneels.
Trotz Goedertiers Geständnisse ist es unsicher, ob er der tatsächliche Täter war, und es scheint, dass er selbst nicht in der Lage gewesen wäre, das Paneel aus der Kirche zu stehlen. Es ist jedoch möglich, dass er mit anderen zusammengearbeitet hat.
Großes Geheimnis
- Das Paneel wurde nie wiedergefunden, aber 1941 wurde eine Kopie von Jef van der Veken in das Altarbild eingesetzt.
- Das Verschwinden des Originalstücks hat seit dem Diebstahl im Jahr 1934 für viel Geheimnis und Suchaktionen gesorgt, und es gibt zahlreiche Theorien über den Versteckort der Gerechten Richter.
- So soll das Paneel in einem Wasserbecken, im Grab eines alten Priesters oder im Chor einer anderen Kirche versteckt sein, wobei es auch Theorien gibt, dass das Paneel bereits gefunden und ohne Bekanntgabe wieder aufgehängt wurde.
- Der Diebstahl des Paneels ist einer der bekanntesten Kunstdiebstähle Belgiens, und es wird weiterhin intensiv nach den Gerechten Richtern gesucht.
Korenmarkt
Der Korenmarkt ist der zentrale Platz von Gent. Der Name stammt von dem Getreide, das früher auf dem Platz entladen und gehandelt wurde. Er ist ein bedeutendes Touristenzentrum, an dem die beiden wichtigsten Einkaufsstraßen von Gent, die Langemunt und die Veldstraat, zusammenlaufen. Rund um den Platz gibt es viele Restaurants, Cafés und Terrassen. Außerdem ist der Korenmarkt ein wichtiger Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr. Der Platz ist autofrei, aber Sie können an zwei Straßenbahnen und fünf Buslinien einsteigen, die Sie unter anderem durch die historische Innenstadt fahren oder zum Bahnhof bringen.
Seit dem 15. Jahrhundert stand an der Westseite des Korenmarkts das Chastelet, das städtische Gefängnis. 1716 wurde es abgerissen, um Platz für ein großes Lagerhaus zu schaffen, das zwischen 1897 und 1908 durch ein imposantes Gebäude im neugotischen und neorenaissance Stil ersetzt wurde. Bis 1998 beherbergte es die Post. Heute befinden sich in dem Gebäude ein Hotel und verschiedene Geschäfte. An der Ostseite des Platzes finden Sie die Sint-Niklaaskirche.
Klokke Roeland
Auf dem Belfried befindet sich eine Glockenspielanlage mit 54 Glocken, die zusammen etwa 30 Tonnen wiegen. Damit gehört sie zu den schwersten Glockenspielen Belgiens. Im Jahr 1314 wurde eine Sturmglocke im Belfried aufgehängt, die Klokke Roeland genannt wurde und später durch das Lobgedicht von Albrecht von Rodenbach berühmt wurde. Im Jahr 1659 wurde diese Glocke jedoch zerbrochen und eingeschmolzen, um eine neue Glockenspielanlage mit 40 Glocken herzustellen. Die größte dieser Glocken erhielt den Namen die Große Triumfante, wurde in der Volksmund jedoch Klokke Roeland genannt, nach dem Vorgänger dieser Glocke.
- Im Jahr 1914 entstand ein Riss in der Großen Triumfante, wodurch sie keinen schönen Klang mehr erzeugen konnte. 1949 wurde die Große Triumfante daher aus dem Belfried entfernt und durch die St.-Michaels-Glocke ersetzt.
- Die Große Triumfante wurde am Fuße des Turms platziert, doch 2002 wurde schließlich beschlossen, den Riss zu reparieren.
- Danach wurde versucht, die Klokke Roeland wieder ins Belfried zu bringen, was jedoch nicht gelang. Die Glocke ist daher erneut auf dem Emile Braunplatz zu sehen, zwischen der Sint-Niklaaskirche und dem Stadthaus.
Emile Braunplatz
Der Emile Braunplatz liegt zwischen der Sint-Niklaaskirche und dem Belfried. Der Platz ist benannt nach dem Gentener Bürgermeister und Ingenieur Emile Braun. Er ließ um 1900 große Teile der Stadt neu gestalten und ließ unter anderem rund um das Belfried eine Vielzahl kleinerer Häuser abreißen, die an die Denkmäler angebaut waren.
- Durch den Abbruch dieser Häuser schuf er Raum für die Anlage von zwei neuen Plätzen, den Sint-Baafsplein zwischen dem Belfried und der Sint-Baafs-Kathedrale sowie den Emile Braunplatz.
- Der Platz ist größtenteils mit grünen Rasenflächen bedeckt, die von Bäumen umgeben sind, mit verschiedenen Cafés und Restaurants im Umfeld.
- Außerdem befindet sich hier auch ein kleines Denkmal zu Ehren von Emile Braun, die Quelle der geknebelten Jugendlichen von dem flämischen Künstler George Minne aus dem Jahr 1937.
- An der Westseite des Platzes liegt die Sint-Niklaaskirche, an der Ostseite das Belfried, und im Norden befindet sich die moderne Stadthalle.
Stadshal von Gent
Die Stadshal ist ein neues Gebäude am Emile Braunplein, das zwischen 2010 und 2012 errichtet wurde. Das Bauwerk war ein Projekt des Architekturbüros Robbrecht & Daem in Zusammenarbeit mit Marie-José van Hee und war Teil ihres groß angelegten KoBra-Projekts, bei dem verschiedene Plätze und öffentliche Räume im historischen Zentrum von Gent neu gestaltet wurden.
Die Stadshal besteht aus einer offenen Überdachung mit einem Holzdach und 1600 kleinen Fenstern. Ursprünglich überdeckte die Halle den Raum zwischen dem Emile Braunplein und dem Poeljemarkt, mit dem Rathaus von Gent im Hintergrund. Heute befinden sich unter der Konstruktion am Emile Braunplein eine Brasserie, öffentliche Toilette, Fahrradabstellplätze und Künstlerloge.
Flämische Oper
Die Vlaamse Oper befindet sich etwas weiter im Stadtzentrum am Kouter. Hier wurde bereits 1698 die ursprüngliche Opernhaus gebaut, doch diese wurde 1715 durch einen Brand zerstört. 1737 wurde dann das neue Sint-Sebastiaan-Theater eröffnet. Ein Jahrhundert später wich dieses einem neuen Opernhaus, der Königlichen Oper Gent. Das neoklassizistische Gebäude wurde nach dem Entwurf des damaligen Stadtarchitekten Louis Roeland gestaltet, der viel Inspiration aus Frankreich gezogen hatte. Das Theater wurde daher auch das Grand Théâtre genannt. Dieses Theater vereinte sich 1981 mit der Königlichen Flämischen Oper in Antwerpen zur Vlaamse Opera.
Das Gebäude ist beeindruckend und sehr reich verziert, und hier kann man die schönsten Vorstellungen sehen. Es ist definitiv empfehlenswert, vor dem Besuch zu prüfen, ob man eine Vorstellung besuchen kann.
NTGent
Am Sint-Baafsplatz, zwischen dem Belfried und der Sint-Baafskathedrale, befindet sich das Koninklijke Nederlandse Schouwburg.
- Dieses neorenaissance Gebäude wurde 1899 als feste Spielstätte für das Niederländische Theater Gent erbaut, eine Truppe, die bis 1945 bestand.
- Zwischen 1945 und 1965 wurde es zu einer zweiten Bühne für die Antwerpener KNS, bevor das Niederländische Theater Gent, eine international produzierende Gesellschaft, gegründet wurde und das Gebäude als Heimstätte übernahm.
- Das Gebäude wurde zwischen 1979 und 1993 umfassend umgebaut, wobei ein Haus an der Biezekapelstraat an das Gebäude angebaut wurde.
- Seitdem ist die NTG wieder häufig im beeindruckenden Theater zu sehen, und im Jahr 2016 begann man mit einer neuen Renovierung, um das Theater zu modernisieren.
Das Graevensteen
Das Schloss Gravensteen in Gent sollte auf jeden Fall ganz oben auf Ihrer Liste der Must-Sees stehen. Dieses beeindruckende Bauwerk im Herzen von Gent wurde bereits im Jahr 1180 von Graf Filips erbaut und ist teilweise von Wasser umgeben. Die Wasserburg, wie sie genannt wird, lässt sich durch die zahlreichen Innenmauern und Treppen erkunden, die zum Rundgang einladen. Im Inneren des Gravensteen können Sie verschiedene Räume besichtigen.
So gibt es zum Beispiel einen alten Folterraum, eine tiefe Vergessensgrube und einen Saal mit allerlei merkwürdigen Gegenständen aus dem Mittelalter. Möchten Sie auch bis ganz nach oben im Gravensteen hinaufsteigen? Dann nehmen Sie die kleine Treppentreppe, die Sie zur Wohnturm führt. Von diesem Turm aus haben Sie einen herrlichen Blick über die Graslei und die Altstadt von Gent, weshalb wir Ihnen unbedingt empfehlen, bis hierher zu spazieren!
Die Graslei
Die Graslei in Gent liegt am rechten Ufer der Leie, während die Korenlei auf der linken Seite liegt. Die Graslei ist umgeben von prächtigen historischen Herrenhäusern und Zunfthäusern sowie zahlreichen gemütlichen Terrassen, Restaurants und Cafés. Jedes Haus an der Graslei hat seine eigene interessante Geschichte, die mit dem florierenden Handel in Gent während des Mittelalters zu tun hat.
So gibt es zum Beispiel Het Maagdeken, De Ingel, Het Korenmetershuis, de Spijker, das Zunfthaus der freien Schiffer und viele mehr. An der Graslei treffen sich Menschen zu einem Spaziergang, einem Plausch, einem Getränk oder Picknick. Dieser Ort ist im Frühling und Sommer bei Studenten, Touristen und natürlich Einheimischen sehr beliebt. Mit Booten, die auf der Leie kreuzen, den schönen Häusern und den charmanten Gastronomiebetrieben ist die Graslei einer der schönsten Orte der Stadt!
Der Freitagmarkt
Auf dem Vrijdagmarkt in Gent befindet sich in der Mitte des Platzes eine Statue. Es ist Jakob van Artevelde, der im Jahr 1340 auf diesem Platz den König von England zum König von Frankreich ausrief. Van Artevelde ist bekannt als Anführer des genter Aufstands, er wurde im Jahr 1345 ermordet, warum ist nicht eindeutig geklärt. Früher wurden auf dem Vrijdagmarkt Hahnenkämpfe veranstaltet und Hinrichtungen durchgeführt, heute ist dieser Platz für alles Mögliche bekannt. Der schön neu gestaltete Vrijdagmarkt ist von zahlreichen gemütlichen Restaurants, Cafés, Geschäften und schönen, authentischen Häusern umgeben. Außerdem findet hier jeden Freitag ein Markt mit großem Angebot an frischen Lebensmitteln und Textilien statt, vor allem aber auch ein hochwertiges Fischangebot. Auch samstags kann man auf dem Vrijdagmarkt sein Herz verlieren. Während der jährlichen Gentse Feesten im Sommer verwandelt sich dieser Platz in einen echten Jahrmarkt.
Das Haus von Alijn
Das Haus van Alijn an der Kraanlei ist ein Museum, das Erinnerungen an das tägliche Leben sammelt, erforscht und mit Besuchern teilt. In jedem Raum findest du allerlei Gegenstände aus einer anderen Zeit. Fremd und vertraut, von früher und heute. Es gibt eine feste Hauptausstellung, die sich mit wichtigen Lebensphasen und Alltagsritualen beschäftigt, aber auch das ganze Jahr über temporäre Ausstellungen und Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Museums, die sich auf aktuelle Themen und Vielfalt konzentrieren. Tauche in diesem Museum gewissermaßen in die Zeit ein und hole dir alte Erinnerungen aus dem 20. Jahrhundert! Du kannst gleichzeitig den schönen Innenhof besuchen und deinen Besuch mit einem Getränk im Volkscafé verbinden. Ein schöner Ausflug mit Kindern, um ihnen zu zeigen, wie die Dinge früher waren.
Fotomoment auf der Sint-Michielsbrug
Suchst du nach einem tollen Aussichtspunkt, der sich perfekt für Fotos mit deiner Familie, deinem Partner oder deinen Reisebegleitern eignet? Dann halte kurz an der Sint-Michielsbrug. Wenn du auf dieser Brücke stehst, hast du einen wunderschönen Blick auf die Graslei, die Korenlei, das Gravensteen in der Ferne, und du siehst auch die drei Türme von Gent (Sint-Niklaaskirche, das Belfried von Gent und die Sint-Baafskathedraal) alle in einem Bild. Das ist die Aussicht auf der einen Seite der Brücke; wenn du dich umdrehst, siehst du die Sint-Michielskirche mit Flachdach. Vergiss also nicht, hier kurz Halt zu machen, auch wenn es nur ist, um die Schönheit der Gentse Innenstadt zu bewundern.
Eine Bootstour unternehmen
Sie können ab der Graslei oder der Korenlei stündlich an einer geführten Bootstour teilnehmen. So entdecken Sie Gent einmal aus einer anderen Perspektive. Es gibt verschiedene Bootstouren, welche Sie wählen, hängt davon ab, was Sie gerne sehen möchten. Sie können sich entscheiden, nur das mittelalterliche Zentrum zu befahren, was etwa 40 Minuten dauert, oder eine komplette Tour durch Gent machen, bei der Sie ungefähr eineinhalb Stunden durch die Innenstadt fahren. Sie werden schnell feststellen, dass Gent vom Wasser aus ganz anders aussieht! Hier finden Sie weitere Informationen
Wenn Sie lieber das Ruder selbst in die Hand nehmen sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne können Sie auch ein Boot mieten und selbst fahren! Dafür steht die Minerva Boat Company zur Verfügung. Das Fahren ist an sich nicht sehr schwierig, aber es gibt eine bestimmte Route, die Sie befahren müssen, und es ist ratsam, diese vorher zu prüfen. Einen Führerschein benötigen Sie nicht. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Minerva Boat Company.
Probieren Sie Gentse Spezialitäten
Gent ist bekannt für eine Vielzahl köstlicher Spezialitäten und Leckereien. Probieren Sie während Ihres Besuchs in der Stadt unbedingt einige davon!
'Gentse Neuzekes' oder Cuberdons
Eines der bekanntesten Spezialitäten Gents sind die traditionellen Cuberdons. In Gent werden diese Süßigkeiten auch als 'Neuzekes' bezeichnet. Heutzutage gibt es sie in vielen Farben, aber ein originales 'Neuzeke' ist lila.
Sie sind kegelförmig und klein, mit einer etwas härteren Außenschicht, im Inneren befindet sich eine geleeartige Sirupschicht. Meistens mit Veilchen- oder Himbeergeschmack, aber heute sind sie in allerlei Geschmacksrichtungen erhältlich. Am besten kaufen Sie sie im Stadtzentrum von Gent an der Lange Munt. Hier finden Sie zwei Stände mit Neuzekes-Verkäufern, direkt vor der Bäckerei Himschoot.
Diese Stände sind seit Jahren harte Konkurrenten. Eine weitere Möglichkeit, leckere und traditionelle Neuzekes zu kaufen, ist bei Confiserie Temmerman. Dort verkaufen sie allerlei altmodische Süßigkeiten, sodass Sie hier auch andere Leckereien wie 'Muiletrekkers' (eine saure Süßigkeit) erwerben können.
Genter Kletskoppen
Die Genter Kletskoppen sind eine weitere köstliche Spezialität. Kletskoppen sind dünne, knusprige Kekse auf Butter- und Zuckerbasis. Die besten Genter Kletskoppen finden Sie im Groot Vleeshuis (Groentenmarkt 7, geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr).
Senf von Tierenteyn-Verlent
Tierenteyn-Verlent hat sich in einem prächtigen historischen Gebäude aus dem Jahr 1867 am Groentenmarkt 3 in Gent niedergelassen. Das Geschäft hat sich seitdem kaum verändert, was es zu einem einzigartigen Ort macht. Die Spezialität des Hauses ist ein handwerklich hergestellter Senf mit scharfem Geschmack und glatter Textur.
Der fein gemahlene Senf wird aus dem Keller von Tierenteyn-Verlent (wo der Senf hausgemacht wird) in einem Holzfass im Laden gepumpt. Hier wird der Senf dann vor den Augen der Kunden in eine handgefertigte Steingut- oder Glasdose abgefüllt. Das Geschäft ist außerdem bekannt für seine eingelegten Gurken und Mostarda (gekonfijte Früchte mit Senföl), saure Zwiebeln und Gurken, Essige und vieles mehr.
(Tierenteyn-Verlent finden Sie am Groentenmarkt 3, montags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr, sonntags und an Feiertagen geschlossen)
Gentse Schnee-Bällchen von Confiserie Larmuseau
Im Jahr 1913 erfand August Larmuseau die Gentse Schnee-Ball als „Trüffel für den Arbeiter“. Es war das Jahr der Weltausstellung in Gent, und das Unternehmen von August gewann die Goldmedaille für Lebensmittel dank seiner Kreation dieses köstlichen Leckerbissens.
Heutzutage werden die Gentse Schnee-Bällchen noch immer handwerklich im Schnee-Bällchenatelier hergestellt, und das verdanken sie einer Person. Im Jahr 2013, genau ein Jahrhundert nach der Entstehung des ersten Gentse Schnee-Balls, wurde die Confiserie Larmuseau von einem jungen Gentser Unternehmer übernommen. Er wollte den Schnee-Bällchen neues Leben einhauchen und sie wieder für ein breites Publikum auf den Markt bringen. Mit Respekt vor der Tradition machte er diese Gentse Spezialität wieder modern. Gentse Schnee-Bällchen werden aus geschlagener Margarine, mit Schokolade überzogen und anschließend in Blütenzucker gehüllt.
Seit Kurzem können Sie die Schnee-Bällchen das ganze Jahr über in den Larmuseau-Geschäften oder online kaufen. Es ist auch möglich, eine Betriebsführung in der Produktionsabteilung der Confiserie Larmuseau zu machen.
Gentse Waterzooi
Wir haben schon viele Süßigkeiten probiert, aber eine typische herzhafte Spezialität darf auf der Liste nicht fehlen. Ein traditionelles Gericht ist die Gentse Spezialität Waterzooi. Es wird aus Gemüse, Sahne, Kartoffeln und meist mit Hühnchen oder Fisch zubereitet. Es wird als Hauptgericht serviert und meistens mit etwas Brot gegessen.
Bier verkosten
Wenn Sie in Gent sind und gerne Bier trinken, sollten Sie unbedingt einige probieren. Belgien hat definitiv über 1500 verschiedene Biersorten, darunter auch einige typische Gentse Biere. Das bekannteste in Gent ist die Gentse Gruut, die mit Kräutern, Gruut-Kräutern, gebraut wird. Natürlich können Sie auch einen Besuch bei Bierbrauerei Brouwbar im Patershol machen, wo Sie verschiedene handwerklich gebraute Biere verkosten können, die vor Ort hergestellt werden.
Oder wenn Sie gerne mehrere Biere kennenlernen möchten, wie bekannte Top-Sorten und weniger bekannte Biere, dann können Sie natürlich eine Bierführung durch Gent machen und An einer Bierverkostung teilnehmen. Sehen Sie sich das Angebot an Bierführungen in Gent an.
Video: Impressionen der wunderschönen Stadt Gent
Neugierig, was diese wunderschöne Stadt zu bieten hat? Lernen Sie Gent mit dem folgenden Video kennen. Möchten Sie alles selbst sehen und erleben? Dann müssen Sie natürlich selbst nach Gent reisen!
Wo in Gent übernachten?
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- Pillows Grand Hotel Reylof ist ein stilvolles und historisches Hotel mit eleganten Zimmern, Innenhof und Wellnessbereich. Eine Oase der Ruhe, nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, mit erstklassigem Service. Mehr Infos und buchen.
- B & B Quartier Leonard ist ein kleines Bed & Breakfast in einem charmanten Herrenhaus. Gemütliche Zimmer, persönliche Betreuung und eine heimelige Atmosphäre machen dieses zu einer intimen Unterkunft in Gent. Mehr Infos und buchen.
- Übersicht der schönsten Hotels in Gent
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